Berichte & Reportagen

Berichte und Reportagen über die Tätigkeit der Doulas in Österreich und international


Betreuung der normalen Geburt | WHO Leitfaden

"Berichte und randomisierte kontrollierte Untersuchungen über Beistand bei der Geburt durch eine einzige Person, eine "Doula", Hebamme oder Krankenschwester, zeigten daß die kontinuierliche empathische und physische Unterstützung während der Geburt viele Vorteile mit sich bringen, einschließlich kürzerer Geburtsdauer, signifikant weniger Medikamentenverbrauch und Periduralanästhesien, weniger Apgarwerten unter 7 und weniger operativen Entbindungen. (Klaus et al 1986, Hodnett u. Osborn 1989, Hemminki et al 1990, Hofmeyr et al 1991)

Dieser Bericht bezeichnet als Doula eine weibliche Betreuungsperson, die eine Basisausbildung in Geburtshilfe besitzt und mit einer großen Vielfalt von Betreuungsmaßnahmen vertraut ist. Sie bietet emotionale Unterstützung wie Lob und Beruhigung, ergreift Maßnahmen, um das Wohlbefinden der Gebärenden zu steigern, nimmt körperlichen Kontakt auf durch Rückenmassage oder Hand halten, erklärt den Geburtsvorgang und bietet ihre kontinuierliche freundliche Anwesenheit. Diese Aufgaben können auch durch Hebammen oder Krankenschwestern erfüllt werden, diese müssen allerdings häufig medizinisch/technische Vorkehrungen treffen, die ihre Aufmerksamkeit von der Gebärenden ablenken können. Der ständige beruhigende Beistand von einer weiblichen Betreuungsperson konnte sogar noch 24 Stunden post partum bei den frisch Entbundenen den Grad der Ängstlichkeit und das Gefühl, eine schwere Geburt hinter sich zu haben, signifikant verringern. Es hatte außerdem einen positiven Effekt auf die Anzahl der Mütter, die nach 6 Wochen ihr Kind noch stillten."

Quelle: WHO - Betreuung der normalen Geburt: Ein praktischer Leifaden


Kinder Kriegen! GEBÄREN oder entbinden lassen? | www.wege.at

von Angelika Rodler und Eva Schreuer

Wie wir mit Geburt und Tod umgehen,
ist Spiegel unserer Gesellschaft!

In unserer modernen, westlichen Kultur finden Anfang und Ende des Lebens meist völlig isoliert statt. Geburt und Tod werden delegiert an Fachleute in “Kranken Häusern”. Betrachten wir die Parallelen zwischen dem Geborenwerden und dem Sterben, so erscheint mir das einsame, verlassene Sterben der Alten wie eine späte (wenn auch unbewusste) Rache all jener, die schon unter unwürdigen Bedingungen geboren wurden.
Wenn wir Menschen wollen, die mutige, tapfere Schwellengänger sind (und ich hätte gerne solche um mich an meinem Sterbetag), so müssten wir sie doch an ihrer ersten Schwelle ins Leben, bei ihrer Geburt, entsprechend empfangen und in die Welt begleiten: mit zärtlicher Ehrfurcht für den Weg, den sie gegangen sind - mit liebevollem Respekt vor der Autonomie ihres Geistes - mit freudiger Neugier auf die “kleinen Wundertüten”, die da in unser Leben gekommen sind!

Als ich selbst Ende der 80er-Jahre das erste Mal schwanger wurde, hatte ich das Gefühl, eine Geburtshilfe im Aufwind zu erleben. Leboyers Gedanken und Ideen von der “Sanften Geburt” waren in aller Munde, die Väter stürmten die Kreißsäle, junge Hebammen entschieden sich wieder für die freie Praxis und Hausgeburtshilfe, die Erwachsenenbildung entwickelte Modelle einer ganzheitlichen Geburtsvorbereitung, schwangere Frauen wurden mehr und mehr ermutigt, ihren Geburtsort bewusst und eigenverantwortlich zu wählen, in den Kreißsälen der Krankenhäuser wurde umgebaut und die althergebrachten unbequemen Gebärbetten durch moderne Einrichtungen in bunten Farben ersetzt.

Trotzdem ist in den letzten Jahren ein beunruhigender Gegentrend in Gang gekommen. Badewanne, Sprossenwand, Matten und Gebärhocker gehören heute zwar zur Standardausstattung fast jedes Krankenhauses - ob und wie oft sie den Gebärenden auch angeboten und bei Geburten praktisch eingesetzt werden, steht auf einem anderen Blatt. All diese Veränderungen scheinen nicht Ausdruck eines tatsächlichen Umdenkens in der Geburtshilfe zu sein, sondern vielmehr Mittel, um Kunden (Patienten) anzuziehen. Ein buntes, gemütliches Kreißzimmer garantiert noch lange nicht, dass sich auch die Hebammen und ÄrztInnen um jene Intimsphäre bemühen, die eine gebärende Frau braucht, um ihr Kind möglichst “menschlich” natürlich zur Welt zu bringen. Die ganze Aufmerksamkeit der Geburtshilfe scheint sich vielmehr seit Jahren auf einen einzigen Punkt zu konzentrieren: Kontrolle!
...
Zugegeben - ich bin eine unverbesserliche Sozialromantikerin und glaube noch immer an eine Art postfeministische Revolution, an eine “Wiedererstarkung des natürlich Weiblichen”. Wir Frauen müssen uns untereinander stärken. Das heißt, wir müssen auch die Hebammen als Fachfrauen für die natürlich verlaufende Geburt stärken. Und auch die wieder erstandene Berufsgruppe der Doulas ist eine Antwort darauf! Doulas sind Frauen, die selbst Kinder geboren haben und als Begleiterinnen vor, bei und nach der Geburt ausgebildet werden. Ich selbst leite seit einigen Jahren solche Ausbildungen für Mütter, die sich in dieser sensiblen Lebensphase gegenseitig ermutigen, bestärken, begleiten wollen. Es ist wunderschön zu sehen, wie viel Gutes hier zwischen den Frauen entstehen kann!

... mehr lesen auf www.Wege.at


Report | www.wienweb.at

Die neuen Dienerinnen der Frauen
von Christine Neumann

Viele Frauen fühlen sich in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett allein gelassen und überfordert. Jetzt gibt es für sie auch in Wien Unterstützung durch Doulas.

...mehr lesen auf www.wienweb.at


News | BABY-BOOM.at

Wenngleich die "Doula" bei uns noch immer weitestgehend unbekannt ist, zeichnet sich hier in den letzten Jahren doch ein leiser europaweiter Trend ab. Das Bewusstsein der Frauen und ihr Wunsch nach einer Schwangerschaft und Geburt in Geborgenheit wächst stetig und nicht immer haben Schwangere das Glück bei einer Hebamme zu landen, die diese Geborgenheit bieten kann und will.
Auch die (Schwieger)Mutter steht heutzutage leider nur (mehr) selten als "Weise Frau" zur Verfügung, um Ihr Wissen, Ihre Kraft und Güte der jungen werdenden Mutter zur Verfügung zu stellen.

Und wenngleich es eine tolle partnerschaftliche Geste ist, wenn sich immer mehr werdende Väter zur Anwesenheit bei der Geburt entscheiden, bieten sie nicht immer die Unterstützung, die frau in diesen Stunden braucht. Denn Gebären kann so viel mehr sein als nur ein Kind zur Welt zu bringen...

...mehr lesen auf www.baby-boom.at


Termingerecht geliefert | Kleine Zeitung 18.5.2006

Auch in Österreich steigt die Zahl der Kaiserschnitte rapide an. Der "Schnitt" liegt bei 22 Prozent.

Wenn man der Boulevardpresse Glauben schenkt, dann hat Ex-Spice-Girl Victoria Beckham die Entbindung ihres dritten Kindes Cruz doch tatsächlich ganz bewusst zwischen zwei Fußballspiele ihres Göttergatten David eingeschoben. Frei nach dem Motto: Dabei sein ist alles. Was in dem Fall wohl nur auf Victorias Anwesenheit beim Kick zutrifft - weil der gute David wird beim Kaiserschnitt wohl eher nicht live im OP gewesen sein. Dass die termingerechte "Lieferung" des Kindes aber weder ein Exklusivrecht der High Society,nochein auf ferne Luxusländer beschränkter Kurzzeit-Trend ist, zeigen die jüngsten Zahlen aus Österreich: Beinahe jedes vierte Kind kommt auch hierzulande durch Kaiserschnitt auf die Welt. Laut eines Berichtes der Salzburger Nachrichten vom 22.3.06 liegt der (Kaiser-)Schnitt bei uns derzeit bei 22 Prozent.

Kurz und schmerzlos?
"Die Kaiserschnittrate ist wirklich rapide gestiegen", so Angelika Rodler vom Eltern- Kind-Zentrum Graz. "Als ich vor 17 Jahren meinen ersten Sohn zur Welt brachte, lag die Rate im LKH Graz bei nur 11 Prozent." Die Gründe für diese laut Rodler bedenkliche Entwicklung sind vielfältig. Oben erwähnter Wunsch nach termingerechter Lieferung beeinflusst den Trend in Wahrheit wohl nur unwesentlich. "Viele Frauen fürchten sich einfach vor den Schmerzen", spricht Angelika Rodler aus Erfahrung. "Dabei ist natürlich auch ein Kaiserschnitt mit Schmerzen verbunden. Die spürt man halt erst hinterher." Ein weiter Grund ist, dass den Frauen die positiven Vorbilder langsam abhanden kommen. Angelika Rodler: "Wenn ein paar deiner besten Freundinnen einen Kaiserschnitt machen haben lassen, dann entscheidest du dich selbst wahrscheinlich auch eher dafür. In vielen Fällen fehlt da oft eine Vertrauensperson, die den Schwangeren die nötige Zuversicht gibt." An dieser Stelle sei erwähnt, dass das Eltern-Kind-Zentrum-Graz werdenden Müttern auf Wunsch sogenannte "Doulas" (= griechisch für Begleiterin) zur Verfügung stellt.

Höheres Risiko für Mütter
Als weiteren wesentlichen Grundfür die steigende Kaiserschnittrate sieht Angelika Rodler die Vorsicht der Ärzte: "Es ist auch verständlich: Noch nie wurde ein Arzt verklagt, weil er einen vielleicht unnötigen Kaiserschnitt durchgeführt hat. Umgekehrt gibt es zahlreiche Klagen, weil etwas passiert ist, was mit Kaiserschnitt vielleicht zu verhindern gewesen wäre." Passieren kann freilich auch beim Kaiserschnitt einiges: "Für die Mutter bedeutet ein Kaiserschnitt ein größeres Risiko als die herkömmliche Geburt", so Univ.- Prof. Dr. Uwe Lang von der Geburtshilflich- Gynäkologische Universitätsklinik Graz, der im Kaiserschnitt übrigens nicht die Lösung für sämtliche geburtsbegleitende Probleme sieht. "Wenn ein Kaiserschnitt nötig ist, dann ja. Der physiologische Weg ist freilich der andere."

Dass die Kaiserschnittrate im LKH Graz trotz dieser Einstellung derzeit bei 26 Prozent liegt, erklärt Lang mit der Tatsache, dass "das LKH Graz eben eine Anlaufstelle für sämtliche Frühgeburten aus dem Grazer, dem südsteirischen und dem südburgenländischen Raum ist. Und wir haben wesentlich mehr Mehrlinge als früher, die zu einem hohen Prozentsatz mittels Kaiserschnitt entbunden werden."

Quelle: Kleine Zeitung